Drobs Ahlen und Aidshilfe Ahlen e.V. zum Drogentotengedenktag 2021

Drogentod vermeiden – Substitutionsbehandlung individualisieren

1581 Menschen sind in Deutschland im vergangenen Jahr an den Folgen ihres Drogenkonsums verstorben, davon 401 Menschen in NRW (Zunahme: 37%). Im Kreis Warendorf war es offiziell eine gestorbene Drogengebraucher*in[1]. Bundesweit haben die Fälle im Vergleich zu 2019 um 13% zugenommen[2]. Zweifelsfrei eine Folge von zeitweise weggebrochenen Unterstützungsangeboten in der Corona-Pandemie, so auch die Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig.

Eine der effektivsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Drogentoten ist und bleibt die Substitution. Doch nur circa die Hälfte aller Heroin und andere Opiate konsumierenden Menschen in Deutschland, wird substituiert. Unser Ziel ist damit klar definiert: Wir müssen noch mehr Menschen mit einer Substitutionsbehandlung und flankierenden Angeboten erreichen. Sucht ist eine Krankheit und die Behandlung muss bedarfsgerecht, niedrigschwellig und individualisiert sein. Hierzu gedenken wir am 21.07.2021 ab 09.30 Uhr in der Königstraße 9 in Ahlen den verstorbenen Drogentoten.

Gemeinsam mit der Aidshilfe Ahlen e.V.  werden wir einen Gedenkweg entlang der Strecke zwischen dem Ahlener Bahnhof und unseren Beratungsstellen in der Königstraße 9 legen.

Alle sind herzlich eingeladen, die 10 Gedenkstellen am Wegesrand zu besuchen, und mit selbst gestalteten Steinen die Installation zu erweitern.

[1] Die Statistik gibt oftmals nicht die Erfahrungswerte der Praxis wieder. Offiziell werden die Toten ausschließlich aufgrund einer Überdosierung gezählt.

[2] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/122397/Zahl-der-Drogentoten-erneut-deutlich-gestiegen